Rehkitzretter bewahren Jungwild vor dem Mähtod

Wenn im Mai und Juni die erste Mahd beginnt, startet für die Rehkitzretter die intensivste Zeit des Jahres. Während der Setzzeit bringen die Rehe ihre Jungen im hohen Gras zur Welt. Das natürliche Verhalten der Rehkitze, sich bei Gefahr regungslos zu ducken, schützt sie zwar vor Fressfeinden, wird bei Mäharbeiten jedoch zur tödlichen Gefahr. Für Landwirte bleiben die Tiere oft unsichtbar und können von Mähwerken schwer verletzt oder getötet werden.

Um das zu verhindern, sind im Bezirk Kitzbühel und in ganz Tirol zahlreiche freiwillige Helfer im Einsatz. Dazu gehören auch die Drohnenpiloten Paul Pletzer und Stefan Kogler, die sich im Rahmen der Rehkitzrettung des Tiroler Jägerverbandes engagieren. Bereits in den frühen Morgenstunden suchen sie gemeinsam mit ihren Teams die zu mähenden Wiesen mithilfe von Drohnen und Wärmebildkameras systematisch ab, noch bevor die Mahd beginnt.

Wird ein Rehkitz entdeckt, koordinieren die Helfer die Bergung. Die Tiere werden entweder aufgescheucht oder vorsichtig aus dem Gefahrenbereich gebracht und bis zum Abschluss der Mäharbeiten gesichert. Anschließend können die Mütter sie wieder annehmen. Durch das Zusammenspiel moderner Technik und ehrenamtlichen Engagements werden jedes Jahr zahlreiche Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt.

Im Bezirk Kitzbühel gelingt jährlich die Rettung von weit über 150 Rehkitzen. Die Einsätze erfolgen ausschließlich auf freiwilliger Basis und sind für die Landwirte kostenlos. Viele Helfer investieren dafür einen Teil ihrer Freizeit oder nehmen Urlaub beziehungsweise Zeitausgleich in Anspruch.

„Wir sind rund 25 Tage pro Jahr im Einsatz und freuen uns, dass das Angebot immer stärker angenommen wird. Ein Anruf des Bauern genügt“, berichtet Stefan Kogler. Die Nachfrage nach den Drohneneinsätzen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig liefern die Einsätze wertvolle Erkenntnisse über die Verbreitung des Jungwildes in der Region.

Auf der Plattform www.rehkitzrettung.at finden Interessierte Informationen rund um die Rehkitzrettung. Für die Einsatzteams dient sie zudem als Organisations- und Dokumentationsplattform. Die erfassten Daten unterstützen den Tiroler Jägerverband bei Auswertungen und der Planung künftiger Einsätze. Im Mittelpunkt steht für die freiwilligen Helfer jedoch vor allem eines: der Schutz der Tiere in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten der Region.