Carrera Club Kirchberg im Rennfieber
Wenn am Mittwochabend die Sonne im Brixental untergeht, dann erwacht in einem Lagerraum der Carrera Club Kirchberg zum Leben. Die neun Kirchberger im Alter von Mitte zwanzig bis Ende sechzig haben sich einen Traum verwirklicht und eine 29 m lange dauerhafte Rennstrecke für ihre Boliden errichtet. Alles begann im Mai letzten Jahres beim Spielen mit den Kindern: „Wir wollten die Bahn gar nicht mehr abbauen“, so der Initiator Günter Ausserlechner. In nur wenigen Wochen konnten Räumlichkeiten gefunden, Fahrzeuge angeschafft und eine erste Bahn errichtet werden. Schritt für Schritt bauten die geschickten Clubmitglieder Bergkulissen, Landschaften, Zuschauertribünen und weitere liebevolle Details rund um die Rennstrecke. Besonders imposant gestaltet sich auch die Technik mit digitaler Zeitnehmung, Notaus-Buzzer und Weichenstellungen.
Detailgetreue Rennwagen
Bis zu sechs Fahrzeuge können gleichzeitig fahren. „Derzeit richten wir unsere eigene Meisterschaft mit einer Serie von acht Rennen aus“, berichtet Hartmut Rieser. Nach einem Qualifying über zehn Runden gehen die schnellsten sechs anschließend ins Rennen. Der Fairness halber werden die detailgetreuen Rennwagen an jedem Abend neu vergeben. „Manche liegen besser in der Kurve, einige sind schneller auf der Geraden – wie im echten Rennsport“, erklärt Matthias Kofler. Vor dem Rennen bringt dabei jeder noch seinen Wagen individuell auf Touren. Und wer glaubt, hier geht es nur um Schnelligkeit, der irrt: Nach gut zehn Runden muss jedes Fahrzeug in die Box zum Tanken oder um Zeitstrafen abzusitzen. Diese werden bei einem Ausfall oder einem Unfall vergeben. Es gilt als auch zu taktieren.
Unikat im Unterland
Als einziger Club im Tiroler Unterland ist der CC-Kirchberg bereits im ersten Jahr seines Bestehens beachtlich gut aufgestellt. „Unser größter Wunsch wäre es, größere Räumlichkeiten zu finden, um noch mehr Personen den Zugang zu ermöglichen oder sogar eine zweite Bahn für Kinder zu errichten“, schildert Günter Ausserlechner. Er und seine Kollegen gehen diesbezüglich nicht vom Gas, in der Hoffnung, dass der Funke für deren Leidenschaft auf viele weitere Interessenten überspringt.
