JUZ Brixen im Thale sucht Nachfolge

Langzeitbetreuerin startet in den „Unruhestand“

Nach 13 Jahren engagierter Arbeit geht Birgit Strobl, Betreuerin des Jugendzentrums Brixen, in Pension. Alles begann im Herbst 2010 mit einem Jugend-Hearing der Gemeinde Brixen im Thale. Birgit Strobl initiierte damals eine Zusammenkunft, um die Wünsche und Bedürfnisse der Jugend zu hinterfragen. Rund zwei Jahre später wurde am 1. Jänner 2013 das Jugendzentrum „JUZ“ und somit Birgits Herzensprojekt eröffnet. Von Beginn an war klar, dieses Projekt steht und fällt mit der Mutter von drei Kindern, die über 30 Jahre Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit mitbringt.

An zwei Abenden, jeweils mittwochs und freitags, treffen sich Jugendliche ab der 5. Schulstufe im JUZ, um Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen, über Alltägliches zu quatschen oder gemeinsame Aktivitäten zu erleben. „Früher waren es bis zu 30 Jugendliche – manche kamen sogar aus Fieberbrunn, Wörgl oder Wald im Pinzgau, weil sie sich mit Freunden aus Brixen bei uns treffen wollten“, erzählt Birgit Strobl stolz. Seit Corona habe sich jedoch die Anzahl auf ca. 15 Besucher pro Abend reduziert und man bemerke, dass sich generell das Verhalten der Jugendlichen ändere. Vermehrt finden private Treffen statt, insbesondere bei den 14- bis 16-Jährigen.

Das Smartphone wird im JUZ bewusst ausgeschaltet, um sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Denn eines hat Birgit in all den Jahren festgestellt: Das aktive Zuhören ohne Ablenkung ist wichtiger denn je. Das ist zugleich ihr Wunsch an die Eltern: das Smartphone beiseitezulegen, es nicht überallhin mitzunehmen oder mitzugeben und einander 100 % Aufmerksamkeit zu schenken.

Mit Ende Oktober tritt Birgit ihren wohlverdienten Ruhestand an und wird sich auf die eigene Familie und ihr zweites Herzensprojekt, den Unverpacktladen „Zua Woog“, konzentrieren. Bis dahin genießt sie jeden Mittwoch- und Freitagabend mit den Jugendlichen, die ihr sehr ans Herz gewachsen sind. Bis dato ist noch keine Nachfolge gefunden. „Mein Wunsch wäre immer ein junger, männlicher Kollege, der auch mal einen ‚Schrauberkurs‘ oder dergleichen anbieten könnte“, schmunzelt Birgit und gibt bis zuletzt die Hoffnung nicht auf, „ihr“ Jugendzentrum in gute Hände zu übergeben.